Die Kirchen

Kirche Göschenen
Pfarreikirche Maria Himmelfahrt
1876 beschlossen an einer gemeinsamen Sitzung der Gemeinderat und der Kirchenrat den Bau einer neuen Dorfkirche. Der Kirchenkommision gehörten auch der Ingenieur Erenst Stockalper an, der beim Bau des Eisenbahntunnels durch den Gotthard technischer Leiter des Nordteils und nach dem Tod Louis Favres des ganzen Gotthardtunnels war.
Heftig umstritten war die Frage, wo die Kirche zu stehen kommen soll. Während die einen die neue Kirche neben dem Friedhof bauen wollten, sahen andere wiederum als idealer Standort die alte Kirche oder einen Platz auf der Rösslimatte.
Im März 1897 beschloss die Gemeindeversammlung schliesslich den heutigen Standort – im Schnittpunkt des Tals.
Kurz darauf wurde mit dem Bau der dreischiffigen Kirche im romanisierenden Stil begonnen. Die Pläne stammten vom St. Galler Architekten Hardegger. Am 16. September 1900 weihte der Churer Bischof Johannes Fidelis Battaglia das Gottes- haus feierlich ein.
(Quelle: Urner Kirchen- und Kapellenführer URI, „Kein schöner Land für Gottes Kinder“, Verlag: Baumann und Fryberg AG, Gitschenstrasse 9, 6490 Altdorf, Text Stefan Fryberg, Redaktioneller Beirat: Dr. Hans Stadler)

Kirchen Wassen
Pfarrkirche St. Gallus Wassen
Wohl kaum eine Kirche in Uri ist so bekannt wie das «Chileli von Wassen». Nach der Eröffnung der Gotthardbahn 1882 wurde die Kirche zu einem neuen Wahrzeichen auf der Fahrt in den Süden und zu einem Fixpunkt in der verwirrenden Linienführung derGotthardbahn-Kehrtunnel.1734 wurde die Pfarrkirche dem heiligen Gallus geweiht. Betritt man die Kirche, öffnet sich ein festlicher Raum voller Überraschungen, der der Bezeichnung «Chileli» überhaupt nicht gerecht wird. Zur Festlichkeit trägt vor allem der zierliche Stuck bei. Doch der Blick wird sogleich auf die prachtvollen Altäre gelenkt. Sie stellen einen deutlichen Kontrast zu den weissen Wand- und Gewölbefl ächen dar. Sie sind Meisterwerke des aus dem Wallis stammenden Altarbauers Jost Ritz. Bemerkenswert ist auch die stilistisch in die Renaissancezeit reichende Kanzel, die wohl aus der alten Pfarrkirche übernommen wurde.
(Quelle: Urner Kirchen- und Kapellenführer URI, „Kein schöner Land für Gottes Kinder“, Verlag: Baumann und Fryberg AG, Gitschenstrasse 9, 6490 Altdorf, Text Stefan Fryberg, Redaktioneller Beirat: Dr. Hans Stadler)

Kirche Gurtnellen Wiler
Pfarrkirche St. Josef, Wiler
Bis 1903 gehörte Gurtnellen zur Pfarrei Silenen. 1917 dann trennte sich Gurtnellen-Wiler von Gurtnellen-Dorf und wurde eine selbstständige Pfarrei. Nun wurde der Wunsch der Bevölkerung von Gurtnellen-Wiler immer grösser, eine eigene Pfarrkirche zu besitzen.
Unter der Leitung des damals bekannten Kirchenarchitekten Adolf Gaudy wurde1924 – 1926 die Kirche erbaut. Einiges zu reden gab der Standort der Kirche. Schliesslich einigte man sich auf ein Grundstück in der Nähe der Reuss – einem Ort, wo man sich von der Wilerplanggen-Lawine sicher fühlte. Beim Hochwasser 1987 wurde das Gotteshaus beinahe ein Opfer der wild über die Ufer tretenden Reuss.Die Kirche besticht durch ihre schlichte Architektur. Die drei neugotischen Altäre sind Ausdruck der damaligen vorherrschenden Kunstauffassung. Einzigartig in Uri ist der beim Hochaltar angebrachte Baldachin. Er stand ursprünglich in der Pfarr-kirche in Benken (SG) und wurde von Gurtnellen käuflich erworben. Bei den Un-wettern 1987 wurde der Kirchenbezirk arg in Mitleidenschaft gezogen. Das an die Kirche angebaute Pfarrhaus und ein Teil des Friedhofs versanken in den wilden Fluten der Reuss.
Eine Besonderheit hat die Pfarrkirche St. Josef der notgedrungenen Sparsamkeit zu verdanken: Ihr Geläut ist nicht aus Bronze, sondern aus Stahl. Mit ihrem hellen, stählernen Ton heben sich die Glocken von Gurtnellen-Wiler deshalb aus dem dumpfen, ehernen Chor ihrer Nachbarn hervor.
(Quelle: Urner Kirchen- und Kapellenführer URI, „Kein schöner Land für Gottes Kinder“, Verlag: Baumann und Fryberg AG, Gitschenstrasse 9, 6490 Altdorf, Text Stefan Fryberg, Redaktioneller Beirat: Dr. Hans Stadler)
